18° Löwe kann man als eine Substanz der schweigenden Erfüllung einer Vorstellung beschreiben. Die Reihenfolge des Erwartens ist in diesem Wesenszug immer ähnlich: Betrachtung der Gegebenheit aus einem Bewusstsein, welches grundsätzlich selbstbewusst ist (wobei es hier weniger um die Bewusstheit an und für sich geht als um die Empfindung einer unbewussten machtvollen und gleichzeitig passiven Präsenz): – Beobachtung des Geschehens – Erfüllung der Erwartung durch das Gegenüber – Lösung einer inneren leichten Spannung.

Der Magnetismus, der von diesem Wesenszug ausgeht, ist für 18° Löwe Geborene nicht einfach zu erkennen. Als verinnerlichter Teil des Ausdrucks ihrer Persönlichkeit durchdringt er das tägliche Leben in jedem Augenblick. Umso mehr ist es für diese Menschen notwendig, sich dieser Charaktereigenschaften bewusst zu werden. Unbewusstheit birgt in sich immer die Gefahr, in Richtung der negativen Substanz zu tendieren.

Menschen mit dieser Gradzahl im Horoskop sind auf eine ganz bestimmte Art introvertiert. Man könnte diesen Wesenszug als Selbstzufriedenheit beschreiben, wobei es wirklich um eine Form des inneren Friedens mit sich selbst geht. Die nötigen Dinge werden erledigt und gleichzeitig birgt jede Erledigung in Verbindung mit dieser Gradzahl ein inneres ,Einrasten‘ mit dem Bewusstsein in eine sich erfüllende Gegebenheit.

Die Schwierigkeit der Erkenntnis dieser seelischen Prägung des Charakters liegt darin, dass 18° Löwe als Grundsubstanz unmittelbar mit der okkulten Anatomie des Menschen verbunden ist. Diese Anatomie beschreibt unter anderem die elektrische, magnetische, neutrale und elektromagnetische Polarität der Organe. Der Augapfel ist zum Beispiel innen magnetisch, vorne und hinten neutral und rechts und links elektrisch. Jeder Körperteil birgt in sich je nach Gesetzmäßigkeit unterschiedliche Polaritäten.

Nun ist bekannt, dass je näher einem etwas ist, desto schwieriger die Erkenntnis und klare Definition wird. Da der Geist des Menschen sich über den physischen und astralen Körper erfährt, ist diese Gesetzmäßigkeit jedem Menschen sehr nah. Bei 18° Löwe Geborenen bestimmt sie zusätzlich maßgeblich den Charakter.

Als Hilfe kann man sich immer wieder Folgendes fragen: „Warte ich jetzt gerade auf die Erfüllung einer inneren Zufriedenheit?“ Kann man sich diese Frage mit ja beantworten, muss man unterscheiden, ob diese Zufriedenheit durch das niedere oder durch das höhere Ego erwartet wird. Widerspricht sie weder der Entwicklung des Gegenübers noch des eigenen Bewusstseins, hilft dieser innere Magnetismus der eigenen Entwicklung. Ein Kennzeichen dieser Orientierung ist eine leichte innere Freude, als wäre man kurz davor, zu lächeln. Der Erfüllung des niederen Egos leistet man dann Vorschub, wenn die innere Erwartung von einer leichten Ungeduld begleitet wird. Wer sich bemühen muss, nicht grantig zu werden, läuft Gefahr, einen passiven Magnetismus auszustrahlen, der das niedere Ego bestätigen soll. Diese innere Missstimmung ist jedoch sehr leicht und daher nicht ganz einfach zu erkennen.

Ein weiterer Charakterzug von 18° Löwe Geborenen ist ihre Verlässlichkeit. Etwas Richtiges und Notwendiges zu erfüllen, ganz gleich, um welchen Lebensbereich es sich handelt, ist für sie so selbstverständlich, dass sie es oft gar nicht bemerken. Gleichzeitig ist für sie die bewusste Nichterfüllung einer Notwendigkeit unmöglich, die inneren Widerstände wären zu groß. Abgesehen davon kommt es ihnen auch gar nicht in den Sinn.

Auch hier ist dieser verinnerlichte Wesenszug der Verlässlichkeit für 18° Löwe schwer als positive Eigenschaft zu erkennen bzw. anzunehmen, so natürlich ist er ihnen. Man kann sprichwörtlich sagen, es liegt ihnen einfach im Blut. Bei der Betrachtung dieser positiven Eigenschaft gilt es achtsam zu sein, sich nicht egozentriert einen künstlichen Stolz aufzubauen.

Sehr viele Menschen mit dieser Gradzahl haben ein grundsätzliches Vertrauen. In großer Natürlichkeit nehmen sie das Positive an und betrachten dessen Erfüllung nicht einmal als erwähnenswert.

Im Einfluss der positiven Substanz entspricht die Wahrnehmung der inneren Harmonie in der Erfüllung eines Geschehens einer Harmonie, welche die Voraussetzung für seelische Gesundheit darstellt. Man kann sich das so vorstellen, dass die eigene Harmonieempfindung der gesunden Funktion der astralen Substanz und des physischen Körpers gleicht. Dadurch ist es für den Geist viel einfacher, mit seinen Grundeigenschaften frei zu agieren. Damit soll gesagt werden, dass diese positive seelische Substanz in sich jene Gefühle birgt, welche eine Basis für die Gesundheit der Seele und des Körpers sind.

Der oben erwähnte Magnetismus wirkt durch die positive Substanz in einer großen Reinheit. Die Bestätigung einer inneren Harmonie bedeutet zugleich immer die Förderung von Entwicklung. Dadurch wohnt ihr die Freiheit der Entscheidung inne.

Menschen mit dieser Gradzahl im Einfluss der positiven Substanz sind sehr offen, natürlich und von einer Freude durchdrungen, deren Ursache das Leben selbst ist.

Beruflich haben sie das Talent und die für jeden Arbeitgeber wertvolle Eigenschaft, die jeweilige Tätigkeit zum eigenen Projekt zu machen. Dabei ist es gar nicht so wichtig, um welche Tätigkeit es sich handelt. Die Tätigkeit ordnungsgemäß auszuführen, bedeutet für sie – auch wenn dies unbewusst geschieht –, den größeren Organismus gesund zu halten. Dieser Wesenszug hat zur Folge, dass man sich auf sie absolut verlassen kann. Für jede Position, in der es um Vertrauen geht, haben sie große Fähigkeiten.

Dieses Vertrauen durchdringt auch die Partnerschaft. Kommen sie in die Situation, dieses Vertrauen aus welchen Gründen auch immer zu brechen, fühlen sie sich selbst sehr schlecht. Es braucht dann immer einige Zeit, bis sie sich wieder harmonisch fühlen. Bemerken sie, dass der Partner das Vertrauen bricht, reagieren sie häufig mit absolutem Unverständnis. Auch hier braucht es Zeit, damit diese Wunden wieder heilen können. Grundsätzlich lieben sie die vertraute Zeit mit dem Partner sehr. Die selbstverständliche Nähe, die sie empfinden, lässt sie alle Aspekte einer Beziehung intensiv und tief erleben.

Ist die positive Substanz von 18° Löwe Teil des sich im Sinne der Evolution entwickelnden Organismus, so unterstützt und fördert die negative Substanz einen, man möchte fast sagen, künstlichen Organismus, welcher sich am niederen Ego orientiert. Auch hier ist die Substanz schwerer zu erkennen, da sie dem Menschen vorgaukelt, mit der jeweiligen Annahme absolut im Recht zu sein.

Man stelle sich dazu einen Menschen vor, der sich selbst über das niedere Ego erlebt. Er möchte seine Vorstellungen in einer Partnerschaft durchsetzen. Die negative Substanz von 18° Löwe unterstützt diese Vorstellungen nicht direkt, indem sie dem jeweiligen Menschen eine Bestätigung dafür gibt, er erhält diese Unterstützung vielmehr indirekt. Dies geschieht durch die Förderung einer egoistischen Harmonie.

Folgendes Beispiel kann helfen, diese Funktion zu erkennen: Eine negative Handlung wäre es, jemanden handgreiflich zu verletzen. Eine direkte Unterstützung würde bedeuten, die Kraft der Hand zu stärken. Eine indirekte Unterstützung durch die negative Substanz würde dagegen insofern zum Zuge kommen, dass sie die grundsätzliche Funktion der Hand so unterstützt, dass die negative Handlung mehr Schlagkraft gewinnt.

In der Dursetzung des niederen Egos unterstützt 18° Löwe somit weniger die Durchsetzung selbst als vielmehr die grundsätzliche negative Harmonie, welche das Ego charakterlich bestimmt. Dieses Erkennen hat immer auch etwas mit dem Selbstverständnis des Menschen zu tun.

Der Begriff Selbstverständlichkeit wirkt wie erwähnt in der positiven wie in der negativen Substanz. Und genau hier gibt es einen guten Ansatz, um die Wirkung der negativen Substanz in sich zu erfassen.

Wer sich immer wieder dabei ertappt, wie er mit größter Natürlichkeit die eigenen Vorstellungen umsetzen möchte, ohne auch nur ansatzweise auf die Idee zu kommen, dass er eventuell aus dem niedere Ego wirkt, muss achtsam sein. Ohne Selbstreflexion wirkt meist die negative Substanz.

Oft geht es gar nicht um eine willentliche Umsetzung in Form einer Handlung. Meist sind es grundsätzliche Lebenseinstellungen, die durch die negative Substanz so sehr verinnerlicht sind, dass eine Lösung davon einer grundsätzlichen Neubewertung der inneren Werte bedürfte. Dadurch, dass die negative Substanz die grundsätzliche Struktur des niederen Egos in seiner subjektiven Harmonie bestätigt, sind alle Handlungen die nachgereihte Konsequenz der bereits vorhandenen Struktur.

Wiederum gilt es vor allem, auf die kleinen Selbstverständlichkeiten des täglichen Lebens zu achten. Oft sind es nicht die großen negativen Handlungen, die jemand im Einfluss der negativen Substanz vollbringt, sondern die kleinen Aktionen und Geschehnisse, welche man passiv zulässt.

Um nun die positive Substanz anstatt der negativen Substanz in sich zu stärken, bedarf es einer tiefen Reflektion ob der eigenen Selbstwahrnehmung.

Man kann beginnen, für sich selbst bewusst Werte zu definieren und darauf zu achten, inwieweit das eigene aktive und passive Tun diesen Werten widerspricht. Wer Toleranz als Wert erkennt und trotzdem immer wieder intolerant ist, befindet sich in dieser Grauzone der mangelnden Selbsterkenntnis.

Eine weitere Hilfe ist es, dass man, ertappt man sich dabei, egoistisch zu handeln, nicht nur die Handlung selbst betrachtet, sondern auch die innere Ursache der Handlung. Die Handlung eines feurigen Menschen ist natürlich feurig, die Handlung eines erdigen Menschen entsprechend erdig und so fort. Im Hintergrund kann jedoch die negative Prägung von 18° Löwe das niedere Ego so subjektiv harmonisch bestimmen, dass man hier den wahren Grund findet.

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen der negativen Substanz ist ein latentes Gefühl des Unwohlseins. Dieses kommt daher, dass diese die Persönlichkeit bestimmende Prägung nicht die seelische und körperliche Gesundheit unterstützt, sondern das niedere Ego bestätigt. Da dieses Ego der Gesundheit grundsätzlich zuwiderläuft, ist die Empfindung des Unwohlseins die automatische Konsequenz.

Wer diese Gradzahl im Horoskop hat und sich körperlich und seelisch nicht gut fühlt, ohne genau zu definieren zu können, woran das liegt, befindet sich wahrscheinlich im Einfluss der negativen Substanz. Der Grund ist somit das eigene niedere Ego.

Werte zu definieren ist natürlich nicht einfach. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich an großen Menschen zu orientieren. In vielen Büchern stehen wertvolle Hinweise, die zur Grundlage für ein seelisches und körperliches Wohlbefinden werden können. Wichtig ist es hierbei – und das soll ganz besonders hervorgehoben werden –, dass man sich im Alltag in der Umsetzung dieser Werte beobachtet. Sie zu lesen und irgendwie als schön zu empfinden ist zu wenig. Die Aufgabe besteht darin, sie umzusetzen!

Eine weitere Hilfe stellt es dar, den inneren Magnetismus zu beobachten. Wenn man ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass die eigenen Vorstellungen erfüllt werden, sollte man sich genau beobachten. Vor allem muss man in der jeweilige Situation lernen, zu unterscheiden. Bemerkt man den Magnetismus, der das Gegenüber unbewusst für eine Bestätigung beeinflusst, muss man sofort insofern tätig werden, als dass man genau unterscheidet, ob es um die Erfüllung des eigenen Egos geht oder um eine Wahrheit.

Viele Menschen im Einfluss der negativen Substanz sind von einem dauernden leichten Unwillen durchdrungen. Diese Haltung rührt daher, dass sich das Ego schon in Vorhinein einem Widerspruch entgegenstellt. Der Unwille ist daher immer auch von einer latenten Oberflächlichkeit und Besserwisserei durchdrungen. Nicht selten ist eine abwertende Handbewegung die Folge der negativen Substanz.

Wirkt diese sehr stark, sind Menschen nicht oder kaum belehrbar. Die empfundene Natürlichkeit des eigenen niederen Egos ist so selbstverständlich, dass jedes positive Gegenargument nicht ernst genommen wird. Karmische Konsequenzen werden dann niemals mit dem eigenen Ego verbunden, sondern als Zufall betrachtet.

Wichtig ist es, die eigene Selbstverständlichkeit im Erfahren des niederen Egos zu erkennen. Wer nur unter Menschen ist, die einen im Ego bestätigen, wird sich nicht entwickeln. Wichtig wäre es hier, sich bewusst mit Menschen zu umgeben, die andere Lebensvorstellungen haben. Dann muss man diese neutral betrachten und kann sie nicht einfach abwerten. Eine gute Hilfe ist es auch, ungewohnte Handlungen zu vollziehen. Immer geht es um das Durchbrechen der Gewohnheiten des niederen Egos. Offenheit zu pflegen ist eine wesentliche Aufgabe aller Menschen, die Tendenzen zur negativen Substanz wahrnehmen.