Eine Gemeinsamkeit der Persönlichkeit aller Menschen mit dieser Gradzahl im Horoskop bezieht sich auf eine ganz bestimmte Form des Erkennens und der Dynamisierung eines einzelnen Aspektes eines großen Ganzen. Gleichzeitig kommt es mit dieser Betonung zu einer umfassenden Veränderung. Man kann sagen, dass 13° Jungfrau Geborene einen Punkt herausstellen, ihm gleichsam Kraft verleihen und dadurch eine umfassende Veränderung erreichen.

In einem Gespräch wird der entsprechende Mensch das wesentliche Argument bekräftigen, in einem Vorhaben den entscheidenden Punkt herausstellen und ihm die nötige Aufmerksamkeit schenken oder in der Betrachtung eines Kunstgegenstandes dem inhaltlichen Kern die zentrale Rolle zuordnen. In all diesen Beispielen geht es um das intelligente Erfassen eines Inhaltes mit einer gleichzeitigen Kraftverleihung.

Durch diese Eigenart kann es geschehen, dass er einem anderen Menschen einen Rat gibt, den dieser aufgrund der Betonung der Einzelheit nur schwer verstehen wird. Instinktiv weiß der 13° Jungfrau Geborene: Wenn das Gegenüber das Einzelne behandelt, wird der Rest von selbst folgen.

Menschen mit 13° Jungfrau im Horoskop lieben die Rahmenhandlung um ein Geschehen. Man kann guten Gewissens sagen, dass sie die kleinen Dinge des Lebens in persönliche Rituale einbetten. Dazu gehören der frühmorgendliche Gang ins Bad, der regelmäßige Rückzug in den Garten oder in ein eigenes Zimmer, das Zubereiten eines Gerichts, die ritualisierte Gestaltung des Abends und vieles mehr. Das Leben gleicht einer Aneinanderreihung von Handlungsabläufen, die alle in sich geschlossen sind.

Im Inneren zeigt sich diese Substanz als Charakterzug der analytischen Betrachtung. Diese Menschen beobachten alle Einzelheiten, analysieren sie, fassen sie zusammen und identifizieren sich mit dem Zentrum der Beobachtung. Der scheinbare Widerspruch zwischen betrachtender Analyse und Identifizierung mit dem Mittelpunkt kann erst durch diese Substanz verstanden werden.

Dieser Mensch stärkt durch unbewusste ritualisierte Handlungen unterschiedlichste innere Wesenszüge, welche natürlich auf ihn selbst und die Umwelt höchst verschiedene Auswirkungen haben. Ein kurzes Gespräch, eine Fahrt irgendwohin oder ein Kaffeehausbesuch werden zu bewussten Handlungen, die neben der eigentlichen Aktivität immer ein unbestimmtes Gefühl zurücklassen. Dieses unbestimmte Gefühl ist die innere Zusammenfassung der Handlung, im Ritual würde man sagen, der Mittelpunkt der Ausrichtung. Über diese Besonderheit der Kraftentfaltung einzelner Handlungen gilt es gut nachzudenken, vor allem dann, wenn diese Menschen empfindsam auf Handlungsabläufe anderer Menschen reagieren.

Menschen mit 13° Jungfrau genießen oft einfache wiederholte Handlungen. Auf ihre Empfindung wirkt dies beruhigend und haltgebend. Die Wiederholung einer Arbeit wird nicht als langweilig, sondern als leicht empfunden. Sind sie religiös, lieben sie die Rituale der Religion, sind sie nicht religiös, übernehmen alltägliche Handlungen diesen Platz. Ein Kochen für Freunde oder das Aufräumen der Wohnung kann hier schnell zu einem bedeutsamen Ritual werden.

Wirkt die positive Substanz, gelingt es den Menschen, in den alltäglichen Handlungen einen tieferen Sinn zu erkennen, vielleicht nicht in der Handlung selbst, aber in der inneren Einstellung während der Arbeit. Die Dusche wird zu einer grob- und feinstofflichen Reinigung, das Aufräumen der Wohnung zugleich ein inneres Aufräumen und so weiter.

Wächst der Frust über die Alltäglichkeit des Seins, muss man darauf achten, nicht die negative Substanz zu stärken. Durch diese ändert sich nämlich die Ausrichtung von der Entwicklung in das grobstoffliche Ego. Hier wird die Autowäsche ein Ritual der Verehrung des Autos, das Essen eine Verherrlichung des Geschmacksinns oder der Sport zum eigentlichen Lebensinhalt.

Möchte man die Auswirkungen der negativen Substanzen der einzelnen Grade so verstehen, dass man sie vermeiden kann, gilt es, das niedrige Ego richtig zu verstehen. Das grobstoffliche Ich-Bewusstsein erfährt sich in grobstofflichen Dingen und fördert diese Bestrebung im Menschen. Diese Rolle können Gegenstände jeglicher Art einnehmen. Hier bindet die negative Substanz von 13° Jungfrau den Menschen durch die zusätzliche Kraft der Ritualisierung noch mehr in diese Ebene. Eine Befreiung in Form einer Loslösung von der grobstofflichen Ebene wird dadurch erschwert.

Ein Problem der negativen Substanz ist die absolute Annahme der Richtigkeit des eigenen Handelns. Diese Menschen glauben, immer recht zu haben. Das Problem liegt darin, dass die negative Substanz die Argumente oder Handlungen als Eckpunkte eines imaginären Mittelpunkts betrachtet, welcher nicht der Wahrheit entspricht. Trotzdem sind diese Menschen davon absolut überzeugt. Deshalb ist es auch nicht leicht, sie von etwas anderem zu überzeugen. Die Eckpunkte eines Gesprächs gewinnen den Charakter einer Beweisführung für die eigene Richtigkeit. Manchmal kann das so weit gehen, dass sie die Dinge des täglichen Umfelds als Bekräftigung der eigenen Ansicht betrachten.

In Verbindung mit traditionellen Vereinen oder Gruppierungen müssen Menschen mit 13° Jungfrau achtsam sein, sich nicht vom grobstofflichen Gedankengut anstecken zu lassen. Dient diese Gruppe keinem höheren Sinn – dieser höhere Sinn kann auch eine gesellschaftliche Aufgabe wie zum Beispiel die Feuerwehr sein –, entwickelt sich in diesen Menschen eine wachsende negative Weltsicht.

Selbst einfache Handlungen wie das Fernsehen oder der Besuch eines Theaters oder Kinos werden zu Ritualen. Sich nicht mit den Dingen zu identifizieren, wird somit zu einer ständigen Übung. Ein zusätzliches Problem haben diese Menschen, wenn sie in einem Umfeld leben, das sich durch eine allgemeinen negativen Sicht auszeichnet. Was für andere Menschen möglicherweise eine realistische Betrachtung wäre, wird durch die zusätzliche Kraftgebung dieser Substanz schnell negativ. Hier gilt es, Sorge dafür zu tragen, dass die Dinge nicht einseitig betrachtet werden.

Ein wesentlicher Punkt der negativen Substanz besteht in einer erhöhten Suchtgefahr. Die Ausübung einer Sucht – vom Fernsehen über das Handy bis zur Zigarette oder Einkaufstour – bekommen automatisch den Charakter eines Rituals. Es versteht sich von selbst, dass damit nicht nur ein erhöhtes Suchtrisiko besteht; es ist für diese Menschen auch schwerer, von der Sucht wieder loszukommen. Hier kann eine große Hilfe sein, auch das Lösen von der Sucht immer wieder als Ritual zu gestalten.

Auch ritualisierte Handlungen im Bereich der negativen Substanz wecken Gefühle und Emotionen im Menschen. Der Mensch fühlt sich bestätigt und kommt nicht auf die Idee, dass das dichte Gefühl oder die Emotion eine Falle sind. Ein ritualisierter Kaffeehausbesuch mit Alkohol weckt tiefe Emotionen und macht die Menschen immer abhängiger. Hier können sie sich im schlimmsten Fall tief in der Materie verstricken.

Veränderung erreicht man, indem man sich in einzelnen Handlungsabläufen bewusst auf die positiven Dinge konzentriert. Das Zubereiten eines Gerichtes kann man mit der Freude am Essen verbinden, die Autowäsche als Konzentrationsübung betrachten, das Kino als reine Unterhaltung mit Abstand genießen oder ein Gespräch als Horizonterweiterung nutzen. Auch die reine Freude bei der Arbeit oder beim Lesen eines Buches können den inneren Mittelpunkt einer Handlung bilden. Wieder sind es positive und gute Gedanken, die einem hier helfen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Erkenntnis, dass jeder Handlungsablauf nur Teil eines größeren Ganzen ist. Die negative Substanz konzentriert das Bewusstsein ohne Unterscheidung so sehr auf die einzelnen Punkte, dass der Mensch oft verkrampft. Wenn man dies erkennt, besteht der Schlüssel zur Lösung darin, die einzelnen Handlungen und Dinge nicht so ernst zu nehmen. Lächelt man über sich selbst, löst sich dieser innere Krampf und die Weitung des Bewusstseins bringt den Menschen, wenn er dann zusätzlich gute Gedanken in sich wachruft, automatisch mit der positiven Substanz in Kontakt.

In Verbindung mit der positiven seelischen Prägung dieses Archons haben Menschen mit dieser Gradzahl das geniale Talent, mit wenig viel zu erreichen. Durch die Unterscheidung und die damit verbundene gezielte Kraftverleihung des Einzelnen können sie ganze Themenbereiche in ihrem Sinne verändern.

Viele Menschen mit dieser Gradzahl tragen eine ganz besondere Kraft in sich. Ein außenstehender Beobachter würde feststellen, dass sie durch einfache Handlungen viel bewegen können. Seelenzuspruch wie Trost oder Aufmunterung berühren den anderen Menschen tief in der Seele. Haben sie zudem einen geistlichen Beruf wie etwa der Priester, wirken ihre Zeremonien doppelt mächtig.

Die Persönlichkeit des Menschen zeichnet sich durch eine große innere Bewusstheit im Leben aus. Sie wissen, was sie bereits durch Worte und einfache Handlungen bewirken können. Dies steigert natürlich das Selbstbewusstsein.

Auch haben sie ein großes Talent dafür, größere geistige Zusammenhänge zu erfassen und sie auf ein Zentrum hin konzentriert zu definieren und zu analysieren. Diese Form der Intelligenz ist bei vielen Menschen mit 13° Jungfrau ausgeprägt. Sie schaffen es, die Dinge auf einen Punkt zu bringen und diesen dann so konzentriert auszudrücken, dass auch andere Menschen ihn verstehen und erfassen können. Viele tragen zudem eine grundsätzliche Leichtigkeit und Freude in sich.

In einer Partnerschaft lieben sie die kleinen Dinge. Dadurch, dass sie diese Kleinigkeiten stark erfahren, haben diese einen besonderen Wert für sie. Wer einen Partner mit dieser Gradzahl hat, kann ihm mit einer Blume, die mit Liebe gegeben wird, die größte Freude machen.

Der bedeutendste Lebensbereich dieses Archons sind Rituale und Zeremonien aller Religionen von Anbeginn der Menschheit bis heute. Von jeher gehört der Lebensbereich, welchem dieser Archon vorsteht, damit zu einem der wichtigsten Bausteine der Religionen. Der wahre Wert eines Rituals liegt darin, welche Kräfte es in einem Menschen weckt. Wirkt die positive Substanz, wird das Bewusstsein des Menschen durch ein Ritual so durchdrungen, dass man es als inneren Wegweiser in den Geist betrachten kann.

In diesem Zusammenhang ist es jedoch wesentlich zu erkennen, dass Rituale, die Emotionen wecken, so positiv dies von vielen Menschen beurteilt wird, den Menschen binden. Es ist wichtig, die positive Substanz zu erkennen und sich wach darüber zu stellen.

Im Einfluss der negativen Substanz fehlt dem entsprechenden Menschen vor allem die Unterscheidung, welchem einzelnen Punkt nun Beachtung geschenkt werden muss, um eine Verbesserung zu erlangen. Durch diesen Einfluss kommt es nämlich zum Herausstellen von Aspekten, welche die Seele gerade nicht weiten und dem Geist gerade keine Möglichkeit der Entwicklung geben.

Einem Beobachter scheint es, als würde irgendeinem beliebigen Aspekt Aufmerksamkeit geschenkt, der nichts mit der Realität zu tun hat.

In diesem Zusammenhang müssen 13° Jungfrau Geborene unbedingt lernen, zu unterscheiden, welche Aspekte wichtig und welche unwichtig sind. Durch die negative Substanz fehlt diese Unterscheidung und nichts selten geschieht es, dass sie sich mit einer Thematik befassen, die in keinem Bezug zu seiner Wichtigkeit steht. Es fehlt die Einschätzung zwischen wesentlichen und unwesentlichen Aspekten.

Dadurch kann es sein, dass sie einem unwichtigen Detail eine viel zu große Aufmerksamkeit schenken und dadurch falsche Schlussfolgerungen ziehen. Die Problematik besteht nämlich darin, dass 13° Jungfrau Geborene die Fähigkeit haben, durch die Kraftgebung eines Punktes auch alles andere zu verändern. Dieses Talent drückt sich durch die negative seelische Materie insofern aus, als sie durch die Herausstellung des falschen Aspektes in der ganzen Thematik eine negative Richtung einschlagen.

Deshalb möchte ich mit großer Betonung auf die Schulung der Unterscheidungskraft hinweisen, die 13° Jungfrau Geborene vor allem anderen beherrschen müssen. Gleichzeitig und nicht weniger wichtig (da beides zusammenhängt) müssen sie sich in der Dynamisierung dieses einzelnen Punktes erkennen. Es geht darum, dass sie sich gleichsam dabei ertappen, wie sie einem einzelnen Aspekt Kraft verleihen.

Haben sie dies erkannt, ist ein großer Schritt in Richtung positiver Selbsterkenntnis getan.