Diese spezielle Substanz in der Seele des Menschen bewirkt für einen 23° Jungfrau Geborenen immer wieder eine gewisse Form der inneren Stagnation, einem Innehalten ähnlich. Man kann dies beobachten, wenn man einem 23° Geborenen eine Frage stellt. Sein Zögern gleicht dann einer momentanen Erstarrung. Nicht selten ist auch sein Körper für kurze Zeit bewegungslos, fast wie eingefroren. Es ist ein Moment der inneren Entscheidungsfindung: Entweder weist sie in Richtung der positiven Entwicklung innerhalb der Menschheit oder sie verhindert die Entwicklung.

Die positive Substanz bewirkt eine Schulung der Intuition, die gewissermaßen über den Intellekt übersetzt werden kann. Gefühlshaft hat dieser Mensch das Talent, seine Entscheidung in Verbindung mit dem Akasha zu treffen. Man könnte dies auch als Talent für höhere Ahnungen beschreiben.

Die negative Substanz bewirkt eine Form der inneren Dichtigkeit. Die angesprochene, in einer gewissen Weise ausdrücklich leichte Intuition, wird dann durch ein starkes inneres Gefühl ersetzt, welches ein grobstoffliches Geschehen unterstützt, das dem 23° Jungfrau Geborenen unveränderlich zu sein scheint. Ein Kennzeichen der negativen Substanz in der Seele ist zudem die Ausklammerung sämtlicher Formen mystischer Intuition.

Der bekannteste Lebensbereich dieses Archons sind mantische Künste wie Kartenlegen, I Ging, Handlesen, Horoskopie usw. In der Astrologie ist die Deutung des Geburtshoroskops die Interpretation der Beschaffenheit des Raums im Makrokosmos zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit. Durch das Analogiegesetz spiegelt diese Ordnung im Raum eine Ordnung im Menschen im Sinne der äußeren Hierarchie wider. Die mantischen Wissenschaften sind höchst komplex, und diesem Archon ist es möglich, diese Komplexität dem entsprechenden Menschen bis zu einer hohen Genialität nahezubringen.

Man muss jedoch wissen, dass sämtliche menschlichen Fähigkeiten, die in Verbindung mit den 360 Archonten geschult werden, den Menschen an die Grobstofflichkeit binden. Einem wahrhaften Erwachen oder der zweiten Geburt steht diese Bindung somit trotz der höchsten mystischen und magischen Fähigkeiten, die durch die Archonten erlangen werden können, entgegen. Die positiven Archonten fördern die grundsätzliche Evolution des physischen Menschen im Sinne der äußeren Ordnung. Sie fördern nicht dessen Befreiung.

Grundsätzlich tragen Menschen mit 23° Jungfrau im Horoskop eine gewisse Souveränität in sich, welche sich darauf gründet, nicht überrascht werden zu können. Was auch immer geschieht, irgendein inneres System hatte schon zuvor eine Art Ahnung davon. Selbst völlig neue Dinge werden zwar als neu wahrgenommen, aber in der inneren Reaktion nicht als Neuigkeit angesehen. So sind sie sehr offen gegenüber unbekannten Menschen, neuen Ansichten sowie jeglicher Veränderung im Leben.

In der Einschätzung anderer Menschen ist es – was diese Substanz betrifft und unabhängig vom restlichen Horoskop erkannt werden kann – weniger so, dass sie dezidiert diesen anderen Menschen empfinden, als dass sie vielmehr intuitiv wissen, wie ein Mensch auf verschiedene Dinge reagiert. Sie können somit gut einschätzen, was einem anderen Freude macht, was ihn verletzt oder wie er sonst berührt wird. Viele Menschen mit 23° Jungfrau sind berühmt, wenn nicht gar berüchtigt für ihre intuitive Treffsicherheit in der Analyse anderer Menschen. Intuitiv nehmen sie auch einen nicht selten empfindlichen Kern wahr, sprechen ihn direkt an und lösen damit natürlich unterschiedlichste Reaktionen aus. Abhängig vom Charakter können diese Äußerungen aufbauend, wahrheitsliebend oder auch verletzend sein.

In sich tragen sie eine sehr klare Vorstellung bezüglich der eigenen Zukunft. Diese kann den Beruf, die Partnerschaft oder auch andere Dinge betreffen. Darauf arbeiten sie hin und manchmal scheint es ihnen, dass das Ziel schon erreicht ist, bevor sie wirklich dort angekommen sind. Bewunderung für Menschen, die ein Ziel, welches sie selbst anstreben, bereits erreicht haben, ist ihnen jedoch fremd.

Daher sind diese Menschen im Beruf sehr zielorientiert, ohne sich innerlich zu verkrampfen oder zu verraten. Auch Vorgesetzten gegenüber verhalten sie sich ganz natürlich und können selbst mit dem obersten Chef auf gleicher Augenhöhe sprechen. Dieser Charakterzug kann natürlich ihre Karrierechancen verbessern, da sie oft als Führungspersönlichkeiten erkannt werden.

Meistens pflegen sie gegenüber Vorgesetzten das Benehmen, welches ihnen der nötige Respekt abverlangt, aber nicht mehr. Dadurch kann es vorkommen, dass sie von anderen Menschen als respektlos angesehen werden, was jedoch so nicht stimmt. Menschen mit 23° Jungfrau kommen gar nicht auf den Gedanken, respektlos zu sein; sie haben Wertschätzung auch gegenüber Menschen, welche in einem völlig anderen Gebiet erfolgreich sind.

Immer wieder geschieht es 23° Jungfrau Geborenen, dass sie sich geistig nicht wirklich in der Gegenwart aufhalten. Ihre Gedanken sind meist irgendwo in der Zukunft oder auch in der Vergangenheit. Dies vermittelt den Eindruck, als seien sie unkonzentriert und nicht präsent. Macht man sie darauf aufmerksam, geht eine Art Ruck durch sie und sie sind wieder konzentriert bei der Arbeit.

Veränderungen im Leben werden als notwendig angesehen und eine Bindung an alte Dinge ist ihnen, haben sie positive Substanz in sich aufgebaut, fremd. Schwieriger wird es, wenn Menschen mit 23° Jungfrau erkennen, dass sie sich nicht von alten Dingen oder inneren Einstellungen, die mit der materiellen Welt zu tun haben, lösen können.

Wirkt die positive Substanz stärker, dann erkennen diese Menschen aus ihrer großen Intelligenz die Notwendigkeit jeglicher Veränderung. Diese wird dann auch nicht als schwer empfunden. Mit einer großen Leichtigkeit lebt man das Leben und freut sich über die Dinge, die einem begegnen.

Einem Partner die Freiheit zu lassen, ist in ihrem Leben absolut selbstverständlich. Ebenso tragen sie diese Freiheit auch in sich und wollen dies auch leben.

Beschäftigen sich diese Menschen mit geistigen Dingen, gleichen sie einem Wegbereiter für sich selbst und für andere Menschen. Ein geistiges Ziel wird erkannt und gewählt und nichts kann sie davon abhalten, dieses Ziel unmittelbar anzustreben. Je höher das Ziel, desto gerader der Weg. Durch die Ausrichtung in die Zukunft erkennen sie schnell Qualitäten, welche sie von ihrem Ziel abbringen wollen. Hier wirkt die hohe Intelligenz, die alle Menschen mit 23° Jungfrau haben, analysierend und entlarvt diese Energie prompt. Auch bei anderen Menschen erkennen sie diese Energien und können dies auch sprachlich vermitteln. Diese Analyse in Bezug auf einen geistigen Weg gilt jedoch nur für einen Weg in Verbindung mit den Archonten. Dies können unter anderen der magische, der mystische oder der kabbalistische Weg sein.

Für die zweite Geburt müssen sämtliche positiven und negativen Bindungen zu den Wesenheiten der äußeren Hierarchie – das ist die kosmische Ordnung – erkannt werden. Denn durch diese Verbindung agiert man im Sinne der inneren Prägung in der Seele.

Wirkt die negative Substanz in der Seele, ist der geistige Blick auf die grobstoffliche Gegenwart gerichtet. Das innere Ziel besteht dann darin, die materielle Gegebenheit zu halten. Jegliche Veränderung wird als überaus störend empfunden. Die Reaktionen darauf sind meist hoch emotional und verteidigend. Ein anderer, der den Status quo in Frage stellt, ist für sie ein Eindringling in die eigene Welt.

Befinden sich Menschen mit 23° Jungfrau in einer Gemeinschaft, verteidigen sie die Tradition als inhaltlichen Wertmittelpunkt und weigern sich, neue Dinge anzunehmen. Dabei stört es sie zum Beispiel mehr, wenn der Tisch im Vereinshaus einen anderen Ort bekommt oder die Vereinsstatuten verändert werden, als wenn Leute den Verein verlassen oder neue Leute dazukommen. In dieser kleinen geordneten Welt agieren sie sehr intelligent und haben schnell Argumente parat, welche diese Welt verteidigen.

Ein weiterer Charakterzug durch die negative Substanz ist eine innere Haltung des In-sich-gekehrt-Seins. Auch hier werden alle Veränderungen umgangen. Die Folge ist ein extrem langsames Zeitempfinden in der irrigen Annahme, durch die scheinbare grobstoffliche Verlangsamung Veränderungen im Leben ausweichen zu können. Jeder Eingriff in die Privatsphäre wird als tiefer Einschnitt in das persönliche Leben wahrgenommen.

Hier gilt es zu verstehen, dass die negative Schwingung den geistigen Blick in die Grobstofflichkeit der Gegenwart lenkt. Da Zeit in der physischen Welt immer Veränderung zur Folge hat, wird jede Beschleunigung vermieden. Dies gilt häufig auch für den Kontakt mit anderen Menschen. Dieser Charakterzug gleicht einem inneren Zurücklehnen im gegenwärtigen Sein.

Eine innere Rechtfertigung gegenüber anderen Menschen ist ihnen daher unbekannt, da sie diesen inneren Wesenszug nicht als negativen erkennen. In der irrigen Annahme, sie lebten nur ihr eigenes Leben, werden sie geistig in der Grobstofflichkeit gehalten. Ein Wesenszug der negativen Schwingung ist die innere Analyse des Istzustandes. Dieser gleicht einem stehenden Raum und trägt weder ein Ziel noch eine Ausrichtung in die Zukunft in sich. Der 23° Jungfrau Geborene analysiert intelligent auf der grobstofflichen Ebene. Die Analyse genügt sich selbst und hält dadurch an der Gegebenheit fest.

Im schlimmsten Fall verharren diese Menschen in der Materie und ahnen nicht, dass ihre große Intelligenz nur darauf gerichtet ist, diese Materie und damit die Dunkelheit zu verteidigen. Auf diese Weise kann es geschehen, dass sie sich in einen immer dichter werdenden Kreislauf hineinmanövrieren.

Der Weg aus der negativen in die positive Substanz führt zunächst über die Verinnerlichung, dass Zeit immer Veränderung bedeutet. Das Festhalten an der vergangenen Grobstofflichkeit ist eine innere Bindung an Gegenstände, die eigentlich den Tod bedeuten und in Auflösung begriffen sind. Das Leben im physischen Körper ist automatisch mit Transformation verbunden.

Der Grund für diese Menschen, an der Grobstofflichkeit festzuhalten, kann auch über ein falsches Verständnis der Zeit vermittelt sein, das unbewusst verinnerlicht ist und gelebt wird. Im Grunde genommen wirkt ein innerer Drang nach einem Leben in einer Art Zeitlosigkeit. Diese Zeitlosigkeit versuchen 23° Jungfrau Geborene durch eine Verlangsamung der Veränderung zu erreichen. Es muss nicht eigens erwähnt werden, dass dies nicht funktionieren kann.

Sich des Ausdrucks der negativen Substanz bewusst zu werden und zugleich zu verinnerlichen, dass man durch das Ableben des physischen Körpers nicht stirbt, sondern lediglich die Ebene wechselt, bedeutet eine große Hilfe für alle Menschen. Auch Veränderungen auf der grobstofflichen Ebene werden als wesentlich leichter empfunden, wenn sich der Mensch zunächst der Notwendigkeit von Veränderungen bewusst wird. Dann gelangt er automatisch in die Nähe der positiven Substanz – und die Entwicklung wird als Gegebenheit angenommen. Physische Veränderungen im Leben sind dann die natürliche Folge und werden nicht mehr als störend oder in das Leben eindringend empfunden.

Wer sich in der negativen Substanz erkennt, sollte mit höheren Zielen arbeiten. In eins mit dem Ziel kann sich dieser Mensch darüber bewusst werden, dass er es aus seiner eigenen Souveränität gewählt hat.

Wer sich dessen bewusst wird, dass emotionale Reaktionen auf Veränderungen nur deshalb geschehen, weil das Bewusstsein die grobstoffliche Gegenwart nicht loslassen will, kann durch eine geistige Zielgebung das Feuer der Emotion in bewusste Bahnen lenken.

Es hilft grundsätzlich, ein zukünftiges Ziel zu definieren, es sich in der Gegenwart bewusst zu machen und zu verinnerlichen, dass Veränderungen, auch grobstoffliche, diesem Ziel dienen. Dieser Vorgang kann einer kurzen Meditation gleichen. Verliert man es aus den Augen, sollte man es neu definieren oder aber ein neues Ziel finden.