Einen gemeinsamen Charakterzug aller Menschen mit 1° Steinbock im Horoskop könnte man als eine Form der gebremsten Vorwärtsbewegung beschreiben. Gleichwohl würde der Betrachter nur oberflächlich eine Wirkung feststellen und nicht die darunterliegende Ursache erkennen. In Bezug auf ihr verhaltenes Handeln in allen möglichen Lebensbereichen sind sich auch 1° Steinbock Geborene nicht klar, sofern ihnen überhaupt bewusst ist, warum sie in dieser Weise agieren. Mancher 1° Steinbock Geborene bekommt immer wieder die Aufforderung von anderen Menschen, endlich mehr Tempo zuzulegen.

Diesen ganzen Themenkreis betreffend geht es nicht darum, dass der 1° Steinbock Geborene grundsätzlich ein langsamer oder gemächlicher Mensch ist. Auch stimmt es nicht, dass er allgemein zu wenig Feuer hat. Es ist im Gegenteil so, dass das männliche Prinzip 1° über das Aeon Widder in seiner elektrischen Kraft gebildet wird und dieses Zeichen bekanntlich mit dem Element Feuer in Verbindung steht.

Der Wesenszug der Verhaltenheit findet in seiner inneren Verbindung zum Ursachenprinzip seine erste Erklärung. Vereinfacht erklärt wirkt im 1° Steinbock Geborenen stetig eine Kraft, die ihn in eine Verbindung mit der eigentlichen Ursache seines Tuns bringen möchte. Diese Nahtstelle wirkt gewissermaßen wie eine Bremse. Die oben angesprochene Zurückhaltung lässt sich daher einfach erklären.

Menschen mit dieser Gradzahl fragen sich in einem fort, warum etwas so ist, wie es ist. Die Frage, „Warum?“ begleitet sie durch das ganze Leben.

Nun kann man natürlich nicht sagen, dass sich derjenige während der verhaltenen Bewegung bewusst die Frage nach der Ursache stellt. Unbewusst und im Hintergrund wirkt die Kraft dieser Substanz in seiner Seele jedoch zu jeder Zeit.

Je verhaltener die Bewegung, desto schneller und aktiver agiert er in sich selbst. Verlangt eine Antwort jedoch eine schnelle Bewegung, verwandelt sich die Verhaltenheit zu einer großen Schnelligkeit. Maßstab der Schnelligkeit ist somit immer die Frage nach der Ursache des jeweiligen Moments.

1° Steinbock Geborene können dies in sich nachvollziehen, wenn sie sich während ihres Tuns genau beobachten. Sie werden dann feststellen, dass sie in gewisser Weise eine Antwort erwarten. Sind sie sich der unbewussten Frage nach dem Warum bewusst, können sie diesen Wesenszug auch gut erkennen.

Im alltäglichen Leben bedeutet dies, dass Menschen mit dieser Gradzahl nur selten etwas machen, was sie nicht einsehen. In welchem Lebensbereich auch immer – sie möchten den Grund für ihr Handeln kennen und nachvollziehen können. Agieren sie gegen ihre innere Stimme, fühlen sie sich nicht sehr wohl. Immer wieder hinterfragen sie sich oder zweifeln die Dinge an. Andere Menschen können dieses dauernde Hinterfragen oft nicht nachvollziehen. Nicht selten reagieren sie ob dieses Wesenszugs genervt.

Wissen 1° Steinbock Geborene jedoch, dass sie eigentlich die innere Ursache der Schöpfung selbst erfragen wollen, erkennen sie sich im Alltag immer besser in dieser Substanz. Gleichzeitig öffnet diese Bewusstwerdung ein tieferes Verständnis für sich selbst und die Schöpfung.

In Bezug auf die Haltlosigkeit, die 1° Steinbock Geborene immer wieder verspüren, findet man in den unbefriedigenden Antworten auf das Warum eine Erklärung. Es scheint ihnen manchmal, als hingen sie gleichsam in der Luft. Und es ist auch wirklich so, dass sie in sich den Boden der Antwort finden wollen.

Menschen mit dieser Gradzahl haben meist ein tiefes Verständnis für den Verlauf des Lebens. Beobachten sie, dass anderen Menschen Schicksalsschläge widerfahren, verbleiben sie dennoch in der für sie typischen Ruhe. Dieser Wesenszug der Ruhe bezieht sich wiederum auf ihre Verbindung zum Akasha. Tief innerlich wissen sie, dass alles Geschehen einen tieferen Grund hat. Daher reagieren sie häufig nicht so, wie andere Menschen es vielleicht erwarten.

Durch diesen Wesenszug der inneren Ruhe gegenüber dem Leid anderer Menschen hegen manche 1° Steinbock Geborene immer wieder Selbstzweifel. Mancher hält sich selbst sogar für mitleidlos. Das stimmt jedoch ganz und gar nicht. Würden sie sich genau beobachten, kämen sie einer tiefen innerlichen Liebe auf die Spur.

Fern von jeder Theatralik ist es nicht das typische Mitleid, welches sie beim Leid anderer Menschen empfinden, sondern eine tiefe Liebe zum Göttlichen. Alle Auswirkungen des Schicksals sind durch das Karma bestimmt, und wer das Karma tief versteht, weiß, dass es die Wegleitung des Göttlichen ist.

Ein besonderer Wesenszug dieser Menschen ist die ständige Präsenz ihres Gewissens. Es fällt ihnen sehr schwer, gegen ihr Gewissen zu handeln. Gleichzeitig muss man wissen, dass das Gewissen eine unmittelbare Verbindung zum Göttlichen darstellt. Es ist die Stimme Gottes im Menschen. Am Beginn der geistigen Entwicklung orientiert sich das Gewissen an den menschlichen Traditionen der Familie, der ideologischen Gemeinschaft und an der Gesellschaft. Erst später auf dem geistigen Weg tritt an Stelle des Gewissen die Intuition in Verbindung mit dem Akasha.

Ebenso kann man eine besondere Form der Durchsetzungskraft als typischen Charakterzug beschreiben. Wenn jemand mit dieser Gradzahl etwas wirklich möchte, ist es schwer, diesem Willen etwas entgegenzusetzen. Sie sind auch fähig, ihren Willen sehr bestimmt und nachhaltig durchzusetzen.

Nicht selten haben Menschen mit dieser Gradzahl eine tiefere Verbindung zum Tod. Auch hier ahnen oder wissen sie, dass der Tod des physischen Körpers nicht das Ende bedeutet, sondern einen Übergang.

Strebt jemand die Befreiung an, gilt es, all diese Charakterzüge der positiven Substanz in der Seele zu erkennen, um nicht unreflektiert das als Persönlichkeit darzustellen, was in der Seele seit der Geburt im grobstofflichen Körper als Anlage existent ist.

In Verbindung mit der negativen Substanz tragen viele 1° Steinbock Geborene den Wesenszug des Fatalismus in sich. Sie verwechseln die Auswirkung des Karmas, welches niemals den freien Willen untergräbt, mit Willenslosigkeit. Schicksalsergeben fügen sie sich jeder Situation, ohne sich über das Licht des eigenen Willens daraus befreien zu wollen.

Das führt dazu, dass sie sich der Dunkelheit ergeben. „Es ist alles vorbestimmt“, oder „Ich kann nichts dagegen unternehmen“, sind typische Floskeln von 1° Steinbock Geborenen, in deren Seele die negative Substanz stärker vorhanden ist.

Das große Problem hierbei ist, dass sie beginnen, die Dunkelheit immer mehr zu genießen. Wer in sich keinen willentlichen Widerstand mehr aufbaut, den geleiten die Kräfte der Dunkelheit in die Dunkelheit. Die Willenslosigkeit führt dazu, dass man sich ergibt.

Um dies zu verstehen, braucht man ein gewisses Grundwissen. Der Wille als Grundeigenschaft des Geistes entspricht dem Element Feuer. Den Willen einzusetzen bedeutet deshalb immer auch, sich mit der eigenen Kraft und Macht gegen äußere Einflüsse zu stellen. Macht bedeutet immer auch Licht. Deshalb ist es so wichtig, die eigene Macht anzunehmen und gleichzeitig nicht aus dem niederen Ego zu handeln.

Ohne Willensanstrengung erfährt man durch die Kräfte der Dunkelheit eine harmonische Bestätigung. Dieses Wohlbefinden in der Dunkelheit zeigt sich im Alltag der allermeisten Menschen.

Wer nun beginnt, über seinen Willen gegen die innere Ergebenheit anzukämpfen, erfährt zuallererst Widerstand. Dies ist für diesen Menschen sehr anstrengend; auch erhält er kaum Bestätigung von anderen Menschen, es sei denn, in seinem Bekanntenkreis findet er jemanden mit einer fortgeschrittenen geistigen Reife.

Durch die negative Substanz fügt sich der Mensch in die grobstoffliche Gesellschaft ein, erfüllt seine Rolle in der Familie und in der Gemeinschaft und fühlt sich entsprechend wohl. Gleichzeitig können sich die negativen Kräfte ohne Widerstand auswirken. Würde derjenige innere Prägungen durch die Ahnen oder durch die Erziehung willentlich verändern wollen, käme es zu einem Konflikt. Gleichzeitig jedoch würde dieser Mensch durch die Transformation in sich Licht erschaffen.

Wirkt die negative Substanz stärker in der Seele, kann es geschehen, dass sich Menschen in der Dunkelheit immer wohler fühlen. Dies zeigt sich dann nicht zuletzt durch entsprechende Kleidung und ihren gesellschaftlichen Umgang. Es gibt viele Gruppen von Menschen, welche die Dunkelheit zelebrieren. Die sich hier ergebende Problematik bezieht sich auf die Intensität der Empfindungen. Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen: Je dichter und dunkler astrale Substanzen sind, desto intensiver kann man sie empfinden. Einschränkend dazu sei erwähnt, dass dies nur für Menschen gilt, die eine mehr oder weniger durchschnittliche geistige Reife besitzen. Dazu zählen mehr oder weniger alle Menschen, mit Ausnahme derer, die sich intensiv geistigen Übungen und Meditationen widmen. Ein mystisches Musikstück in einer entsprechend okkulten Umgebung ruft starke innere Gefühle und Emotionen hervor, die als Beweis einer spirituellen Verwirklichung angesehen werden. Das hat mit geistiger Entwicklung nur sehr wenig zu tun. Es gleicht vielmehr einer spirituellen Selbstbefriedigung des niederen Egos.

Maßstab für die positive Substanz von 1° Steinbock ist der eigene Wille. Nicht Hingabe an die Dunkelheit gilt es zu zelebrieren. Dazu sei zusätzlich erwähnt, dass Hingabe ohne Unterscheidungskraft und Macht zumeist in die Dunkelheit führt. Richtet sich der Wille jedoch darauf, wahre Weisheiten zu erfahren, wendet sich die innere Energie, die manche Menschen in Verbindung mit der negativen Substanz erfahren, um. Gleich jemandem, der sich aus der Dunkelheit emporgräbt, befreit er sich in dieser Weise Schritt für Schritt von dieser hemmenden Kraft.

Eine gute Möglichkeit, sich von dieser Bindung zu befreien, ist die Suche nach der Ursache. An die Stelle der schweren und bedrückenden Gefühle muss die leichte Kraft der Neugierde ob der Gesetze der Schöpfung treten. Wer sich die Frage nach dem Warum stellt und bewusst nach einer Antwort sucht, wird sich schrittweise aus diesem dunklen Einfluss befreien.

Es ist auch so, dass die Eigenschaft des tiefen Verständnisses, die sich alle Menschen mit dieser Gradzahl teilen, von anderen Leuten erkannt wird. Deshalb ist es auch ganz normal, dass 1° Steinbock Geborene immer wieder und in den verschiedensten Lebenssituationen als Ratgeber fungieren. Vor allem trifft dies zu, wenn sich das Gegenüber in einer schwierigen Lebenslage befindet.

Ein berufliches Talent, welches man diesen Menschen zusprechen könnte, bezieht sich deshalb auf die Fähigkeit des Zuhörens. Sämtliche Berufe vom Seelsorger bis hin zum Therapeuten kann man daher in eine Verbindung zu dieser Gradzahl bringen.

Gleichzeitig ist es jedoch so, dass ein 1° Steinbock Geborener seinem ratsuchenden Gegenüber, unabhängig ob dies beruflich oder privat geschieht, eigentlich nie recht gibt. Er wird zuhören – und widersprechen. Dieser Widerspruch wird nicht laut, aber bestimmt sein. Gleichzeitig wird der 1° Steinbock Geborene seinen Widerspruch an der Aufnahmefähigkeit seines Gegenübers ausrichten. Selbst eine Bestätigung des Gegenübers wird von Bemerkungen begleitet sein, dass damit nur ein vorläufiges Ziel im Blick sei.

In zwischenmenschlichen Kontakten sind diese Menschen zu einer tiefen Freundschaft fähig. Auch sind sie treue Freunde und es muss viel geschehen, damit sie eine Freundschaft aufkündigen.

In einer partnerschaftlichen Beziehung bindet die Liebe eines 1° Steinbock Geborenen nicht, sie lässt dem Gegenüber wie selbstverständlich seine Freiheit. Jemand mit dieser Gradzahl kommt zumeist gar nicht auf die Idee, vom Partner etwas zu verlangen, was dieser nicht will.