Auch diese Substanz in der Seele ist – wie viele Substanzen für den Menschen, dessen Persönlichkeit darüber gebildet wird – nicht einfach und nur mit großer Willenskraft zu erkennen. Zu selbstverständlich ist die Identifizierung mit ihr, da man glaubt, man stelle sie als Persönlichkeit dar.

Zuallererst gilt es, eine besondere Form der Eigenständigkeit zu erkennen, die alle 15° Wassermann Geborenen in sich tragen. Mancher könnte dieses Auftreten als Selbstbewusstsein interpretieren. In Wahrheit rührt die genannte Eigenständigkeit jedoch von einer inneren Kraft der Abgrenzung gegenüber anderen Personen her, die alle Menschen mit dieser Gradzahl teilen. In eins mit dieser inneren Distanzierung haben sie die Eigenart, dem Gegenüber eigene Vorstellungen verstandesmäßig vermitteln zu wollen. Diese Gleichzeitigkeit von Abgrenzung und aktiver, verstandesmäßiger Einmischung bewirkt, dass sich der 15° Wassermann Geborene selbst in einer sein Bewusstsein betreffend höheren Position erfährt. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Art Erhöhung des eigenen niederen Egos.

Wesentlich für alle Menschen mit dieser Gradzahl ist es, die Selbstverständlichkeit zu erkennen, mit welcher sie in dieser Weise mit anderen Menschen agieren. Dies kann sich sogar körperlich zeigen. Beobachtet man einen 15° Wassermann Geborenen, wenn er auf einen anderen Menschen zugeht und ihm etwas mitteilen möchte, kann man nicht selten ein leicht erhöhtes Kinn erkennen und wird ebenso den recht forschen Schritt bemerken, mit welchem er in den Bereich seines Gegenübers eintritt.

Darauf angesprochen würde der 15° Wassermann Geborene jegliche negativen Absichten vehement abstreiten und wahrscheinlich sogar schockiert reagieren. Gleichwohl würde ihn der Schock tiefer treffen, als er es zuvor vermutet hätte. Letztlich agieren nur wenige 15° Wassermann Geborene in dieser Weise willentlich und bewusst den Raum des Mitmenschen beengend. Meistens geschieht diese Art der zwischenmenschlichen Begegnung unbewusst.

Würde sich derjenige jedoch nach einem solchen Gespräch feinfühlig und nüchtern selbst betrachten, würde ihm eine leichte Beengung in sich auffallen. Dieses innere Gefühl ähnelt einer leichten inneren Nervosität. Dies kommt daher, weil sich das Gewissen in einer sehr feinen Art regt. Meist unbewusst ahnen sie, dass irgendetwas in diesem Zusammentreffen nicht einer Wahrheit entsprochen hat. Da diese innere Regung jedoch überaus fein ist, wird sie ignoriert und das sich leise regende Gewissen zur Seite geschoben.

Dazu kommt, dass die meisten 15° Wassermann Geborenen dieses innere Gefühl gut kennen. Sie definieren es jedoch als Teil ihrer Persönlichkeit. Man könnte sagen, dass sie sich an dieses leichte Unwohlsein gewöhnt haben. Durch diese Gewöhnung bedarf es die Innenschau diese Gradzahl betreffend eines starken Willens und einer klaren Selbstbeobachtung.

Zusätzlich wird eine nüchterne Selbsterkenntnis dadurch erschwert, dass Menschen mit dieser Gradzahl im Horoskop in ihren Argumentationen in einer gewissen Weise sehr intelligent agieren. Diese Intelligenz bezieht sich nicht auf einen guten Verstand oder eine gute Analysefähigkeit; es geht vielmehr um eine individualisierte Form der Intelligenz.

Eine allgemein hohe Intelligenz lässt sich über gute Analysefähigkeiten, ein profundes Allgemeinwissen, eine hohe logische Denkfähigkeit usw. erklären. Diese Eigenschaften können sich ohne weiteres auch über andere Archonten in der Persönlichkeit eines 15° Wassermann Geborenen zeigen.

Die spezielle Form der angesprochenen individualisierten Intelligenz begrenzt jedoch und ist demnach eine Art von Intelligenz, welcher es in erster Linie darum geht, das eigene niedere Ego über den Verstand zu bewahren und zu stärken. Diese Stärkung geschieht über die verstandesmäßigen Argumente, durch die sich derjenige, wie oben erwähnt, in einer erhöhten Position erfährt.

Gepaart ist diese Selbstüberhebung nicht selten mit einer gewissen gönnerhaften Haltung. „Auch wenn es mein Gegenüber nicht ganz versteht, was ich ihm mitteile, so wird er doch etwas lernen“, denkt sich der 15° Wassermann Geborene in mehr oder weniger ähnlichen Worten, wenn er seinen Mitmenschen betrachtet und in dessen Erwiderungen keine Bestätigung seiner gönnerhaft dargebrachten Belehrung erkennt.

Die Selbstbeurteilung des eigenen Verstandes ist deshalb sehr hoch. Es mag nun sein, dass mancher 15° Wassermann Geborene sehr wohl weiß, dass er zum Beispiel keine sehr hohe Allgemeinbildung besitzt. Gleichzeitig ist er von seinen persönlichen Ansichten derart überzeugt, dass ihm jeder mögliche Zweifel fremd ist.

Als Referenz seiner intelligenzhaften Argumente dient einzig er selbst. Das ist das Problem. Er gleicht seine eigenen Argumente, die er vorbringt, mit seinem eigenen inneren niederen Ego ab. In dieser Vorgehensweise ist ihm nicht bewusst, dass er kein intelligentes Gespräch führt; er gleicht vielmehr einer Statue, die es eigentlich gar nicht nötig hätte zu argumentieren. Gleichwohl belehrt er sein Gegenüber.

Der Art des intelligenzhaften Überlegens fehlt die innere Fragestellung und damit zusammenhängend auch die innere Überprüfung. Ein Argument wird somit nicht in Bezug auf seinen Wahrheitsgehalt durchleuchtet, es ist ausschließlich eine Darlegung seines inneren Zustandes. Die Art der intelligent scheinenden Aussprache wird mit einer wahrhaftig verstandesmäßigen Überlegung verwechselt.

Birgt die Seele dieses Menschen viele Anteile der negativen Substanz von 15° Wassermann in sich, kann es dazu kommen, dass er selbst das dümmste Argument in einer gewissen Weise intelligenzhaft darbringt. Er merkt gar nicht, dass er, nur weil er in dieser Weise agiert, noch lange nicht intelligent argumentiert. Gleichzeitig erfährt er sich als individualisierte Persönlichkeit und bemerkt ein gewisses Selbstbewusstsein, welches er meint auszustrahlen.

In dieser Weise gelingt es vielen Menschen mit der negativen Substanz, ihre innere Selbstwahrnehmung über lange Zeit im niederen Ego aufrechtzuerhalten. In der Meinung, sich intelligent mit anderen Menschen auseinanderzusetzen, stülpen sie diese innere Befindlichkeit für den Moment nach außen und vertreten sie in einer scheinbar intelligenten Weise.

15° Wassermann Geborene haben zugleich den Eindruck, einen gewissen Einfluss auf andere Menschen auszuüben. Einem Zentralgestirn gleich empfinden sie sich als Zentrum eines Raumes, in dem sich auch die anderen Menschen und das alltägliche Leben befinden.

Nun kommt es immer wieder vor, dass dem wirklich so ist und sie einen gewissen familiären Mittelpunkt oder eine zentrale Anlaufstelle für Freunde bilden. Diese Stellung hat jedoch bei vielen 15° Wassermann Geborenen nur wenig Substanz. Es kann sein, dass sich andere Menschen aus unterschiedlichen Gründen plötzlich abwenden und der 15° Wassermann Geborene sich konsterniert die Frage stellt, warum.

Der Grund liegt darin, dass es diese Gradzahl betreffend kaum magnetische Anziehung gibt, die das Gegenüber bindet. Die Gefühle eines 15° Wassermann Geborenen gegenüber anderen Menschen sind häufig nicht sehr stark. Dies ist grundsätzlich positiv zu bewerten, da es zu keiner übermäßigen Bindung kommt.

Gleichzeitig ist es jedoch so, dass sie sich selbst in dieser zentralen Position als, drückt man es etwas zu stark aus, liebenden Mittelpunkt definieren. Ihre Stellung beruht jedoch nicht auf Gefühlen, sondern auf ihrer freien Individualität und gedanklichen Ausstrahlung.

Die positive Substanz bewirkt, dass der 15° Wassermann Geborene in einer sehr freien Weise den Mittelpunkt in einer Gruppe einnimmt und gleichzeitig einen starken Einfluss auf sie ausübt. Wesentlich ist jedoch auch hier, dass er sich nicht als erhöht empfindet und nicht aus einem Automatismus heraus belehrend agiert.

In einer partnerschaftlichen Beziehung können sich die Eigenschaften vor allem der negativen Substanz als schwierig erweisen. Es muss nicht eigens gesagt werden, dass jemand, der eine egozentrierte und in einer gewissen Weise besserwisserische Haltung in einer Partnerschaft einnimmt und dies nicht bemerkt, auf Widerstand stoßen wird. Für den 15° Wassermann Geborenen ist dies oft völlig unverständlich, da er seiner Meinung nach intelligente Argumente vorbringt. Da das Gegenüber jedoch nicht so reagiert, wie es das niedere Ego erwartet, bleibt dem 15° Wassermann Geborenen nur Unverständnis, welches er zum Ausdruck bringt, indem er sich distanziert und über das Unverständnis seines Gegenübers den Kopf schüttelt.

Wer dies bei sich beobachtet, sollte die Art seiner intelligenzhaften Darlegung in Verbindung mit der dazugehörigen Distanz, die ja einen Teil der negativen Substanz bildet, erkennen.

Durch die positive Substanz haben 15° Wassermann Geborene das Talent, aus einem individualisierten Standpunkt heraus größere Zusammenhänge zu erkennen. Hier zeigt sich das Aeon Jungfrau als Fähigkeit der Analyse der sich in einem Raum befindlichen gesetzmäßigen Zusammenhänge.

Beruflich haben 15° Wassermann Geborene durch die genannten Talente eine Tendenz dazu, sich mit größeren Zusammenhängen beschäftigen zu wollen. Auch sind sie fähig, eine Führungsposition einzunehmen. Hierbei gilt es jedoch besonders achtsam zu sein, dass sie die negativen Substanzen nicht stärken und vermehren. Es ist für das niedere Ego eine große Versuchung, über andere Menschen durch die grobstoffliche Position zu herrschen und sich zugleich als scheinbar intelligenter über sie zu stellen.

Das weibliche Prinzip wird über das Aeon Wassermann definiert. Hier wird man die Freiheit und Eigenständigkeit erkennen, die einem 15° Wassermann Geborenen stets wichtig ist. Verbunden mit dem männlichen Prinzip – dies bildet sich über die expansive Jungfrau – findet man die oben angesprochene individualisierte Intelligenz. Die negative Substanz, also die Begrenzung des eigenen Intellekts auf die eigene Persönlichkeit und die gleichzeitige Distanzierung vom Gegenüber, lässt sich im Wissen um die astrologische Substanz, die als Hefe in der Seele des Menschen wirkt, gut erkennen.

Noch einmal möchte ich die Selbstverständlichkeit ansprechen, mit der sich diese Substanz in der Seele im grobstofflichen Leben ausdrückt. Man muss wissen, dass sich alle Substanzen der 360 Intelligenzen der Erdgürtelzone in der Seele des Menschen grundsätzlich auf das grobstoffliche Leben beziehen.

Es ist einfacher, eine hervorstechende positive oder negative Eigenschaft in sich zu erkennen. Wird man jedoch dazu aufgefordert, unbewusste Bewegungen des Körpers wie zum Beispiel die Art, wie man auf einen anderen Menschen zugeht, introspektiv zu erkennen und einer seelischen Eigenschaft zuzuordnen, ist die Innenschau um einiges schwieriger.

Es geht jedoch primär um die Notwendigkeit einer Erkenntnis dieser unbewussten und meist selbstverständlichen inneren Merkmale der grobstofflichen Persönlichkeit.