Der große Lebensbereich dieses 35. Archons sind das irdische Glück und der Genuss des Lebens. In diesem Zusammenhang gilt es, sehr achtsam zu sein, ob die geistige Entwicklung oder der irdische Genuss des Lebens im Mittelpunkt stehen. Steht der Lebensgenuss im Zentrum, gerät dieser Mensch automatisch in den Einflussbereich der negativen Substanz. Dies ist als grundsätzliche Einleitung der Beschreibung dieser Substanz zu verstehen. Wesentlich ist zugleich, dass man in sich die negative wie auch die positive Substanz als Prägung des jeweiligen Archons erkennt.

Wer in Gesellschaft mit einem 5° Stier Geborenen Zeit verbringt, wird beobachten, dass er immer wieder mit einer ganz bestimmten Form der positiven Aufforderung konfrontiert wird. Der 5° Stier Geborene hat die Eigenart, sein Gegenüber immer wieder auf unterschiedliche Dinge in seinem Umfeld aufmerksam zu machen. Während eines Spaziergangs kann dies eine Blume am Wegesrand sein, in einem Restaurant das besondere Gericht oder in der Entscheidung, einen Film anzusehen, wiederum die Betonung eines ganz besonderen Spielfilms.

Diese Prägung der Persönlichkeit gleicht einer bewussten Vergrößerung des Lebensraums in Bezug auf die Annehmlichkeiten des Lebens in allen Lebensbereichen. Es ist auch wirklich so, dass 5° Stier Geborene das Leben genießen und ihm weltliche Freuden abgewinnen können.

Damit einher geht, dass sie das Leben schätzen und seine Vorzüge bewusst erleben wollen. Ein neutraler Beobachter könnte annehmen, dass sie das gute Essen, die schöne Natur, das Fahren eines schnellen Sportwagens oder ganz einfach eine schöne Zeit wie ein Ritual bewusst in die Wege leiten und Moment für Moment erfahren.

Schon zu Beginn dieser Beschreibung soll auf die negative Substanz eingegangen werden, und zwar deshalb, weil kaum jemand dies als negativ einstufen würde. Auch diese negative Substanz ist in unserer Gesellschaft derart etabliert, dass ihr Ausdruck im Leben nicht als negativ, sondern im Gegenteil als positiv aufgefasst wird.

Ein Ausdruck der negativen Substanz zeigt sich in einer ganz besonderen Lebensweise, in welcher diese Menschen in ihrem Einfluss die Grobstofflichkeit in den Mittelpunkt stellen. Es geht hier um den Genuss der Materie in all seinen Ausdrucksformen. Selbst Süchte werden als positiv bewertet und als erfüllender Ausdruck des Lebens betrachtet. Menschen mit dieser Durchdringung durch die negative Substanz sind in Verbindung mit ihrem materiellen Leben in einer trotzigen Weise überaus selbstzufrieden.

Selbst dann, wenn der übermäßige Genuss ihrem Körper offensichtlich schadet, rücken sie nicht von ihrer Lebensweise ab. Auch hier möchten sie nicht akzeptieren, dass die positive Beurteilung des Genusses lediglich dazu dient, eine wahrheitsgemäße Betrachtung des Lebens zu vermeiden. Bildhaft kann man sich dies so vorstellen, dass ein Mensch, der durch seine fett- und zuckerreiche Ernährung körperliche Probleme bekommen hat, sein Leben dennoch in einer trotzigen Weise gepaart mit Selbstmitleid bis zur Selbstzerstörung weiterführt.

So offensichtlich diese scheinbar positive Lebensweise durch die Erfüllung des Genusses als negativ eingestuft werden kann, so schwierig ist die Identifizierung der negativen Substanz dann, wenn sie sich scheinbar leicht zeigt. Grundsätzlich geht es hier um ritualisierte Formen des täglichen Lebensgenusses. Wer es sich angewöhnt hat, täglich gleiche oder ähnliche Handlungen zu vollziehen und diese genießt, macht es sich zur Gewohnheit, grobstoffliche Materie mit Freude zu verbinden. Hier sind es oft die Kleinigkeiten, an denen er Freude empfindet. Ein ganz bestimmtes Möbelstück, welches man jeden Tag genießt, das Auto, in das man mit innerem Genuss einsteigt und sich dabei in seiner Wertigkeit erhöht fühlt, oder aber die morgendliche Freude auf das abendliche Bier, Essen oder einen Film, die einer dichten Empfindung gleich das Leben etwas freudiger zu machen scheinen, sind allesamt Ausdruck der negativen Substanz.

Jenseits dieser Beschreibungen wird der Genuss des Lebens als Wert des Lebens definiert. Geld, Ruhm und Sex sind die am nachdrücklichsten angestrebten Werte einer Menschheit, die Grobstofflichkeit als ihr Zentrum definiert. Jeder einzelne Mensch in der Gesellschaft wird über diese materiellen Werte eingestuft. Das bedeutet eine von den Menschen allgemein angenommene Ausrichtung in die Dunkelheit. Es ist sogar so, dass derjenige, der diesen Werten nicht ihren üblichen Tribut zollt, im besten Fall als Sonderling betrachtet wird.

Bildhaft kann man sich das so vorstellen, dass sich in einem großen Raum alle im Dreck suhlen und den als negativ einstufen, der dies zurückweist.

In welcher Form der Genuss des Lebens einem geistigen Weg nicht widerspricht, beschreibt die positive Substanz. Näheres dazu weiter unten.

Die große Problematik aller 5° Stier Geborenen in Verbindung mit der negativen Substanz ist ihre Selbstverständlichkeit in der Ausübung von Macht. Diese Machtausübung wird von ihnen nur schwer erkannt und noch schwieriger ist es für sie, sich diese innere Energie einzugestehen. Es ist nämlich so, dass sie fest annehmen, dem Gegenüber etwas Positives zu vermitteln. Die erwähnte Selbstverständlichkeit geht so weit, dass sie nicht einmal auf die Idee kommen, sie könnten Macht ausüben.

Während eines Spaziergangs macht der 5° Stier Geborene seinen Partner auf eine schöne Blume am Wegesrand aufmerksam. Der Partner bleibt jedoch mehr oder weniger uninteressiert, da er vielleicht in Gedanken ist oder einfach nur die Ruhe genießt. Darauf nun reagiert der 5° Stier Geborene ungehalten. Er möchte, dass sein Gegenüber die Blume ansieht und als schön befindet. Dieser ganze Vorgang wird durch eine auffordernde Sprache in die Wege geleitet.

Nun können mehrere Dinge gleichzeitig geschehen. Der 5° Stier Geborene ist durch die negative Substanz der festen Überzeugung, dass er seinem Partner nur Gutes tut, und kann nicht verstehen, dass dieser dies nicht annimmt oder schätzt. Gleichzeitig ist er durch das niedere Ego nicht in der Lage, sein Tun als Bemächtigung zu erkennen. „Ich wollte ihm doch nur Gutes tun!“, könnte man seine innere Rechtfertigung formulieren – ein Satz, der ihnen sehr nahe ist. „Wie kann es schlecht sein, wenn man jemanden auf die Schönheit der Natur aufmerksam macht?“

Damit ist ein ganzer Themenkreis der Machtausübung in Verbindung mit subjektiv als positiv definierten Eigenschaften angesprochen. Die negative Substanz mehrerer Grade steht damit in Nahtstelle. 5° Stier birgt jedoch eine aktive Beeinflussung anderer Menschen durch eine innere Empfindung von Liebe und Hingabe in sich. Das macht die Entlarvung dieser Energien nicht einfacher. Die scheinbar liebende Hingabe nämlich wandelt sich sehr schnell in Ungeduld, wenn das Gegenüber dies nicht annimmt.

Diese Reaktion ist übrigens ein typisches Anzeichen dafür, dass man in der negativen Substanz agiert. Wer dem anderen etwas Gutes tun will und mit Ungeduld auf Ablehnung reagiert, muss lernen, die Freiheit des Gegenübers nicht nur zu respektieren, sondern positiv zu achten.

Eine weitere Reaktion kann völliges Unverständnis sein. Innerlich schüttelt man den Kopf und kann nicht glauben und verstehen, dass der Bekannte oder Freund diesen Rat nicht annimmt. Auch diese Reaktion weist auf eine subjektive und enge Betrachtung des Lebens.

Möchten sie sich davon befreien, besteht für 5° Stier Geborene die Aufgabe darin, dass sie die Freiheit des Mitmenschen in Bezug auf alle Entscheidungen nicht nur in Gedanken akzeptieren lernen, sondern gefühlshaft als positiv bewerten.

Ein weiteres Problem ist, dass sich das Gegenüber ebenso schwer tut, diese Aufforderung als Bemächtigung zu entlarven. Es fühlt sich in diesen Momenten einfach nicht wohl. Wie in einer immer bedrückender werdenden Enge möchte es ausbrechen, weiß jedoch nicht wie. Man fühlt, dass etwas nicht stimmt, kann es jedoch nicht identifizieren. Auch das Gegenüber stellt sich nämlich die Frage, warum es negativ sein soll, dass der andere ihn auf eine schöne Blume am Wegesrand aufmerksam macht. Gleichzeitig beobachtet er die leise Ungeduld, stuft sie beim Partner als berechtigt ein und weiß sich nicht zu wehren.

In diesen Fällen Klarheit zu bewahren und nicht der scheinbar liebenden Hingabe zu folgen, wäre der richtige Umgang.

Diese Situation kann man auf jeden Lebensbereich übertragen und natürlich gibt es unterschiedliche Dichtigkeitsstufen der negativen Substanz. Man kann sich dazu eine matronenhafte Erzieherin vorstellen, die sämtliche Lebensbereiche einschränkt und noch immer der Ansicht ist, den Kindern Gutes zu tun. Diese Art der Machtausübung verhindert in Verbindung mit Kindern deren selbstständige Entwicklung.

Je stärker die negative Substanz wirkt, desto enger wird der Lebensraum und desto verdrehter die Selbsteinschätzung. Das kann so weit gehen, dass jemand wie in einem diktatorischen Regime für ganze Menschengruppen definiert, was diese als positiv und lebenserfüllend zu bewerten haben.

Im Normalfall wirkt die negative Substanz eher verborgen. Das Problem beim Erkennen ist die unbewusste Ausübung im Alltag. Hier ein Hinweis, dort die Aufforderung, etwas für das allgemeine Wohl zu tun usw. sind dann Ausdrucksformen der negativen astralen Materie, wenn derjenige mit völliger Selbstverständlichkeit annimmt, dies entspreche nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv der Wahrheit.

5° Stier Geborene sehen sich nämlich immer wieder mit Gegenwehr ob ihrer Bemächtigung konfrontiert. Für sie unverständlich reagiert der andere abgrenzend und verärgert. „Dies muss man doch für ein schönes Leben tun!“, so ihre feste Überzeugung.

Allen diesen Beschreibungen sind zwei Dinge gemeinsam: erstens die absolute und selbstverständliche Annahme der eigenen Richtigkeit in der Bewertung von positiven Lebensaspekten, zweitens die automatische Annahme, der Andere habe den eigenen Aufforderungen Folge zu leisten. Der 5° Stier Geborene geht einfach nicht davon aus, dass er bemächtigend handelt.

Eine Bemächtigung durch seelisches Licht – positive seelische Eigenschaften gehören dazu – ist nicht einfach zu erkennen.

Im Einfluss der positiven Substanz dreht sich die Ausrichtung des Menschen in die entgegengesetzte Richtung. Weist jemand in diesem Einfluss seinen Mitmenschen auf eine schöne Blume am Wegesrand hin, geschieht diese Aufforderung ohne Erwartung. Die mehr oder weniger starke Erwartung ist es nämlich, die einem Vakuum gleich das Gegenüber magnetisch in die jeweilige Richtung zieht.

Jeder Hinweis gleicht einem Angebot, welches der Andere annehmen kann oder auch nicht. Niemals würde jemand in Verbindung mit der positiven Substanz beleidigt reagieren, wenn der Andere diese Anregung nicht annimmt.

Im Einfluss der positiven Substanz genügt sich der 5° Stier Geborene selbst. In dieser inneren Haltung ist er zugleich durchdrungen von einer liebenden Hingabe und Freude, die als erfüllender Aspekt der Persönlichkeit die Freude am Leben öffnet. Diese positive innere Genügsamkeit ist ein wesentlicher Schlüssel.

Im Gegensatz zur negativen Substanz hat jemand im Einfluss der positiven Substanz nicht den Drang, jemanden auf etwas unbedingt hinweisen zu müssen. Er tut dies, wenn er fühlt, dass es dem Gegenüber Freude macht, oder aus einer inneren Unschuld. Auch fühlt er sich nicht beleidigt oder zurückgewiesen, wenn das Gegenüber etwas als nicht schön oder erstrebenswert erachtet.

In Bezug auf den Genuss des Lebens in seinen materiellen Ausdrucksformen muss man gleich zu Beginn zwischen den folgenden beiden Haltungen unterscheiden lernen. Ein Beispiel: Zwei Menschen besitzen ein teures Cabrio. Der eine steigt ein und genießt die Fahrt. Mit keinem Gedanken oder Gefühl empfindet er sich in seiner subjektiven Wertigkeit dadurch erhöht. Auch der andere steigt in sein Auto und genießt die Fahrt. Er wird jedoch von einer dichten Empfindung durchdrungen, die sich aus introvertierter Angeberei und einer Art toleranter Selbstzufriedenheit zusammen. Auch das leise Gefühl, etwas Besseres zu sein, ist, wenn auch nicht zwingend an der Oberfläche, so doch als stetige Hintergrundempfindung, präsent. Nicht die Freude am Fahren ist es, die im Mittelpunkts steht, sondern diese dichte Empfindung.

Dies gilt für alle Formen des Genusses. Wer in dieser Haltung wie ein Kind das Leben genießt, agiert aus einer Unschuld, die ihm Freude beschert.

Vor allem gilt es, im Zusammenhang mit dieser Substanz die Völlerei zu erkennen. Völlerei bedeutet die vorbehaltlose Annahme einer Sinneswahrnehmung in der Grobstofflichkeit. Am meisten nachvollziehbar ist dies mit Blick auf den Genuss von Speisen. Dabei geht es nicht um die Fülle oder Menge, sondern um das Aufgehen im Genuss bzw. das Hineinfallen in den Genuss. Völlerei gibt es auch in der Musik, in der Betrachtung der Natur oder Kunst usw. Sie geschieht immer dann, wenn sich das Bewusstsein bedingungslos durch die Sinne in die Grobstofflichkeit binden lässt.

Der wesentliche Unterschied zur negativen Substanz besteht darin, dass jemand im Einfluss der positiven Substanz die Freuden des materiellen Lebens als mögliche Bereicherung erfährt. Sie sind nicht sein Lebensmittelpunkt.

Daher ist es diese Substanz betreffend ganz besonders wichtig, sich mit seelischen und geistigen Dingen zu beschäftigen. Dann können ein gutes Essen oder ein Film als Unterhaltung genossen werden, ohne dass man im Einfluss der negativen Substanz dies als erstrebenswerten und einzig existierenden Lebensinhalt zu erkennen meint.

Nicht der grobstoffliche Genuss steht im Mittelpunkt des Lebens. Das ist der wesentliche Unterschied.